Im Güterverzeichnis der Abtei Prüm von 893 ist der Ort bereits als “Gingeyndorpht” benannt. Auch die Abtei Echternach hatte in “Ginnendorp” bereits um 1150 Besitz. Im Jahre 1845 zählt Gindorf  mit 67 Wohnhäusern und 422 Einwohnern zur Bürgermeisterei Ordorf. In der Folge bildet sich die Bürgermeisterei, später das Amt, Dudeldorf. Bei der Verwaltungsreform 1970/71 kommt Gindorf zur VG Kyllburg.

 

Am 21. Juli 1908 wurde, gemäß der Feuerpolizeiverordnung, eine Pflichtfeuerwehr mit 84 Mitgliedern gegründet. Die Aktivitäten dieser Wehr kamen mit dem 1. Weltkrieg zum Erliegen. Anfang März  1919 wurde die Freiwillige Feuerwehr Gindorf mit 24 Wehrleuten gegründet. Die Wehr wurde in drei Abteilungen gegliedert: (1.) Steigerabteilung mit  der technischen Ausstattung von vier Leitern, (2.) Spritzenabteilung, ausgerüstet mit vier Brandhaken und (3.) Wasserabteilung mit 50 Ledereimern. Erster Brandmeister war Anton Kirsch, sein Stellvertreter Peter Josef Franzen und Schriftführer Thomas Probst. Für die Steigerabteilung war Matthias Rodenborn, für die Spritzenabteilung Jakob Klein und für die Wasserabteilung Jakob Backes verantwortlich. Sanitäter war Matthias  Streit. Ferner war zu Beginn an Ausrüstung eine von Pferden gezogene Handdruckspritze mit Schläuchen vorhanden. Zunächst wurde das Wasser aus einem der Brunnen abgepumpt, die fast bei jedem Haus vorhanden waren. Ein  großer Fortschritt war erzielt, als Gindorf 1927 eine zentrale Wasserleitung erhielt. Jetzt konnte das Wasser bei Übungen und im Ernstfall aus einem Hydranten entnommen werden. Im Jahre 1929 hatten sich alle 9 freiwilligen Feuerwehren des Amtes Dudeldorf zu einem Löschverband vereinigt, wozu auch die Wehr aus Gindorf gehörte.

Die Freiwillige Feuerwehr Gindorf feierte 1959, 1969, 1979, 1989, 1994, 1999, 2004 und 2009 Jubiläumsfeste. 1969 richtete sie das Amtsfeuerwehrfest  des Amtes Dudeldorf aus, sowie im Jahre 1983 den  Verbandsgemeindefeuerwehrtag der VG Kyllburg. Beim 40jährigen und 50jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Gindorf war die alte Handdruckspritze, besetzt mit den noch lebenden Gründungsmitgliedern, beim  Festzug dabei. Die Gindorfer Feuerwehr hilft nicht nur und nicht erst dann, wenn es brennt, sondern auch bei vielen anderen Gelegenheiten. Unzählige freiwillige und unentgeltliche Arbeitsstunden wurden so z.B. von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Gindorf beim Um- und Ausbau der Kirche mit Jugendheim in den Jahren 1965/66 geleistet, ebenso beim Umbau der ehemaligen Schule in ein Vereinszentrum in den Jahren 1979/80 und  beim Erweiterungsbau zum Dorfgemeinschaftshaus im Jahr 1990.

Das heutige Spritzenhaus wurde 1959 übernommen. Es handelt sich um ein ehemaliges kleines bäuerliches Wohnhaus, das von der Gemeinde gekauft und der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt  wurde. Der Neubau/Umbau des Feuerwehrgerätehauses in den Jahren 1976/77 wurde auch fast ausschließlich in Eigenleistung vollzogen.  Mit finanzieller Unterstützung der VG Kyllburg ( 10.000,-- DM ) wurde im Jahre 1998 damit begonnen, einen Schulungsraum mit Toiletten an das vorhandene Gerätehaus anzubauen. Das gesamte Bauprojekt konnte jedoch nur aufgrund großzügiger Sach-und Geldspenden ( rd. 10.000,-- DM), sowie enormer Eigenleistungen, auch finanzieller Art, realisiert werden. Mit der Fertigstellung des Anbaus im Jahre 2000 erlebte die Feuerwehr Gindorf einen weiteren Höhepunkt in ihrer Geschichte.

Die bei den verschiedenen Festen erzielten Erlöse finden bei der FF Gindorf stets eine sinnvolle Verwendung. So wurde der Pfarrkirche in Gindorf 1966 eine Glocke gestiftet und einem durch Unfall  querschnittgelähmten Kameraden ein behindertengerechtes Motorfahrzeug angeschafft. Außerdem wird der Musikverein Oberkail finanziell unterstützt. Seit Mitte der 70er Jahre werden Jugendliche aus Gindorf im  Musikverein Oberkail ausgebildet und der Musikverein Oberkail übernimmt bei kirchlichen und weltlichen Anlässen in Gindorf die musikalische Umrahmung.

In den 60er Jahren fanden immer anläßlich des Amtsfeuerwehrfestes Wettkämpfe innerhalb der Wehren des Amtes Dudeldorf  statt. Die FF Gindorf konnte im Jahre 1962 die Wettkämpfe für sich  entscheiden. Als Sieger nahm die Mannschaft am Kreisentscheid des Kreises Bitburg teil und belegte einen hervorragenden 3. Platz in der Klasse TS 8. In den Jahren 1963 und 1967 ging die FF Gindorf als zweiter Sieger  des Amtes Dudeldorf aus den Wettkämpfen hervor.

Pionierleistung erbrachte die Feuerwehr mit dem Eigenbau eines Tanklöschfahrzeuges im Jahre 1976. Diese Leistung ist beispielhaft für den Geist, der in der Gindorfer Feuerwehr herrscht. Das  Tanklöschfahrzeug hielt 1991 der Prüfung des TÜV nicht mehr stand. Kurz entschlossen kaufte die Verbandsgemeinde aus dem Bestand der NVA (Nationale Volksarmee der ehem. DDR) einen gebrauchten Tankanhänger. Die  Feuerwehrleute rüsteten ihn in vielen Stunden Eigenarbeit funktionsgerecht um. Die feierliche Einsegnung des neuen Tanklöschfahrzeuges erfolgte am 25. April 1993 durch Herrn Pastor Heck.

Neben diversen Einsätzen bei Abbrucharbeiten (Sichern der Baustelle), Überflutung von Kellerräumen, Beseitigung und Verhinderung von Sturmschäden (u.a. 1990) und beim Löschen kleinerer Brände  (z.B. Küchenbrände, Kellerbrand, Brand von zwei Schuppen, Motorbrand an einem Traktor) war die Freiwillige Feuerwehr Gindorf in den letzten Jahrzehnten auch bei größeren Bränden im Einsatz. So bei Waldbränden und  Bränden in landwirtschaftlichen Anwesen, wobei es immer gelang, das angrenzende Wohnhaus der Anwesen zu retten. Damit die technische Ausrüstung und die Wehrmänner der Feuerwehr im Ernstfall jederzeit einsatzbereit sind, opfern diese jahrein / jahraus viele Stunden ihrer Freizeit zur Wartung der Geräte und zur Weiterbildung. Bis heute können wir stolz berichten, dass Ausrüstung und Ausbildungsstand stetig verbessert und ausgeweitet wird.

Am 03. November 1996 gründete die Freiwillige Feuerwehr Gindorf eine eigene Jugendfeuerwehr. Ab diesem Zeitpunkt werden jugendliche Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren auf den  Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr vorbereitet. Neben der feuerwehrspezifischen Ausbildung steht jedoch die allgemeine Jugendarbeit im Vordergrund, hierzu gehört auch die Teilnahme am Kreisjugendfeuerwehrzeltlager  des Kreises Bitburg-Prüm. Die Jugendfeuerwehr wird derzeit von den Kameraden Werner Berns und Dominik Probst betreut. Ein Highlight der Jugendfeuerwehr Gindorf was das im Jahre 2005 von der FFW Gindorf ausgerichtete Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Gindorf, welches unter den Jugendwehren des Kreises durchaus positiv bewertet wurde.

Die Brandmeister/Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Gindorf in chronologischer Reihenfolge:

 

Anton Kirch

Matthias Rodenborn

Ludwig Hoffmann

Alois Kirch

Andreas Götten

Franz Berns

Karl Hoffmann

Andreas Franzen

Johann Klein

Werner Mayer

Johann Reinart

Klaus Mayer

Günter Grosdidier

Ludwig Berns

Jürgen Heinz

Ludwig Berns

Guido Grosdidier

 

Nikolaus Weber wurde am 13.08.1989 nach Erreichen der Altersgrenze, anläßlich des 70jährigen Stiftungsfestes der FF Gindorf, nach 40 Jahren aktiver Mitgliedschaft vom Dienst verabschiedet. Er  ist das erste Mitglied der FF Gindorf, das es geschafft hat, bis zur Erreichung der Altersgrenze aktiven Dienst in der Feuerwehr zu leisten. Seine Kameraden beschlossen einstimmig, ihn beim Ausscheiden zum  Ehrenmitglied zu ernennen. Im Laufe der Jahre wurden weitere Kameraden zum Ehrenmitglied ernannt.

Nach diesem Blick in die Vergangenheit wollen wir unsere Aufmerksamkeit jedoch der Gegenwart und Zukunft widmen, um die uns gestellten Aufgaben zu erfüllen gemäß unser Losung :

 

“Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.”